Nachbericht
Überraschungssieg in Zolder –
Patrick Seitz im Bentley gewinnt das 3. Rennen
Mit einer beeindruckenden Vorstellung holt sich Patrick Seitz im Bentley den Sieg auf der belgischen Rennstrecke in Zolder. Vorjahresmeister Henrik Stoldt wird nach einem für ihn turbulenten Rennen Zweiter, Ken Hoffmann im McLaren wird Dritter.
Schon das Qualifying bot größte Spannung, da die Zeitabstände zwischen den einzelnen Fahrzeugen sehr gering waren. Patrick Seitz fuhr im Bentley Continental GT3 eine 1:27,834 und holte sich damit seine erste Pole-Position im ADAC Hansa/Schleswig-Holstein SimRacing Pokal überhaupt. Damit durchbrach er auch gleichzeitig die Dominanz der McLaren-Piloten, die in den beiden Rennen zuvor jeweils Pole-Position und Rennsieg unter sich ausmachten. Seitz sicherte sich mit diesem Ergebnis 3 Zusatzpunkte für die Meisterschaft. Platz 2 ging ebenso überraschend an David Silvio Kühn im Mercedes AMG GT3, der sich damit 2 Zusatzpunkte holte. Henrik Stoldt konnte als Drittplatzierter noch 1 Zusatzpunkt mitnehmen und platzierte sich mit diesem Ergebnis direkt vor 3 schnellen McLaren 720S GT3 mit Ken Hoffmann, Marco Luchnik und Felix Arndt. Stoldt sollte also direkt zu Rennbeginn richtig gefordert sein, die McLaren hinter sich zu lassen. Es konnte ein spannender Rennstart erwartet werden.
Patrick Seitz gewann den Rennstart und kontrollierte das Feld souverän, David Kühn folgte ihm direkt auf Rang 2. Dahinter kam es dann – fast schon mit Ansage – zu einem Unfall zwischen Henrik Stoldt und einem McLaren. In Turn 5 berührten sich Stoldt und Ken Hoffmann am Ausgang der Schikane. Dabei drehte sich Stoldt und musste das Rennen auf Platz 12 fortsetzen. Es war einiges an Rennaction geboten.
Kurze Zeit später hatte auch David Kühn einen Dreher und fand sich dann auf Position 15 wieder. Direkt im Anschluss an diesen Dreher kam es zu harten Positionskämpfen zwischen den beiden Porsche-Piloten David Putzke und Jan Wenninger sowie Gaststarter Marco Luchnik. Putzke versuchte, an Luchnik auf Platz 4 vorbeizugehen, auch dabei kam es zu einer leichten Berührung, woraufhin sowohl Putzke als auch Jan Wenninger an Luchnik vorbeiziehen konnten. Luchnik wollte daraufhin Wenninger in der nächsten Kurve überholen, erneut kam es zu einer Berührung, sein Manöver blieb dabei allerdings erfolglos. Nach diesem Vorfall geriet Luchnik seinerseits eingangs Start-Ziel unter Druck von Jakob Siebert im nächsten Porsche 911 GT3 R. Hier kam es zu einer stärkeren Berührung, woraufhin Siebert sich auf Start- und Ziel drehte und in die Mauer einschlug.
Nach diesen spektakulären Anfangsminuten wurde es dann etwas ruhiger. Seitz lag nach wie vor an der Spitze, gefolgt Hoffmann und Arndt im McLaren. Direkt dahinter folgten Jan Wenninger und David Putzke im Formationsflug auf den Plätzen 4 und 5. Die SiFaT Performance-Piloten zeigten eine klasse Leistung im Rennen, nachdem sie im Qualifying mit den Plätzen 8 und 10 unter ihren Möglichkeiten blieben. Dahinter positionierten sich die beiden Gaststarter Luchnik und Völzer, die ebenfalls eine starke Performance zeigten. Henrik Stoldt und auch Jakob Siebert folgten auf den Plätzen 8 und 9 und waren jeweils um Schadensbegrenzung bemüht, nachdem sie beide früh im Rennen aufgrund von Kollisionen mit Marco Luchnik viele Plätze verloren. Auch David Kühn zeigte sich gut erholt von seinem Dreher und komplettierte gegen Rennhälfte die Top 10.
Das Rennen sollte spannend bleiben. Aussichtsreich auf Platz 5 liegend war es dann Jan Wenninger, der sich am Ausgang der „Terlamenbocht“ in Turn 7 drehte und mit diesem Fahrfehler bis auf Platz 9 zurückfiel. Im Anschluss konnte Marco Luchnik dann an Putzke vorbeiziehen und sich auf Platz 4 vorarbeiten, ebenso machte auch Henrik Stoldt Plätze gut und war bis auf Platz 6 vorgefahren und lag damit unmittelbar hinter Putzke. Dieses spannende und äußerst faire Duell um Platz 5 wurde mehrere Runden zwischen beiden ausgetragen. Die Positionen schienen bezogen zu sein. Allerdings waren dann Marco Luchnik und Felix Arndt in einen Zwischenfall verwickelt, woraufhin beide mehrere Plätze zurückfielen. Putzke, Stoldt und auch Völzer profitierten von der Situation und wurden jeweils 2 Plätze nach vorne „gespült“.
Henrik Stoldt holte in der vorletzten Runde nochmal „die Brechstange raus“ und schob sich Ausgangs der Schikane „Terlamenbocht“ in einem harten Duell an Putzke vorbei. Auch hier kam es zu einer Berührung, Putzke verlor jedoch keine weiteren Plätze. Beide Piloten fuhren Seite an Seite in die Schikane rein, sodass Stoldt hier kein Vorwurf zu machen war. Unterdessen fuhr Patrick Seitz einen ungefährdeten und souveränen Sieg nach Hause – mit mehr als 20 Sekunden Vorsprung. Dazu holte Seitz auch noch den Punkt für die schnellste Rennrunde und machte damit das Triple aus Pole Position, Rennsieg und schnellster Rennrunde perfekt.
Den Move des Rennens lieferte jedoch eindeutig Ken Hoffmann, der Henrik Stoldt auf der Start-Zielgeraden vorbeiziehen ließ und sich damit für den Zwischenfall am Rennstart revanchierte. Eine ganz tolle und faire Geste von Hoffmann, der damit Dritter statt Zweiter wurde. Ein starker 4. Platz ging an David Putzke, gefolgt von Felix Arndt, Gerhard Völzer und Marco Luchnik. Jan Wenninger erlebte ein eher enttäuschendes Rennen mit Platz 8. Auch David Kühn hatte sich sicherlich mehr erhofft nach dem 2. Platz im Qualifying, musste sich aber mit Platz 9 im Rennen zufrieden geben. Die Top 10 komplettierte Lukas Rohde im Aston Martin Vantage GT3. Der Meisterschaftskampf ist damit vollkommen offen. Es bleibt spannend, wer sich beim vierten Rennen am 19.05. in Spa-Franchorchamps durchsetzen kann.
Den Sieg in Liga 2 sicherte sich Erik Schnieber im Aston Martin Vantage GT3 vor Azar Azizov im Aston Martin Vantage GT3 und Marko Losch-Gediehn im Porsche 911 GT3R.
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