27.05.2015

ADAC Int. 95 Teterower Bergringrennen

„Frohe Pfingsten“ wünscht man sich auch in den Teterower Heidbergen unter Fahrern, Funktionären und Zuschauern auf dem legendären Bergring. Und es wurde ein frohes Fest bei jung und alt. 15 000 Zuschauer erlebten ein mit Spannung geladenes Wochenende auf dem Teterower Bergring.

Bei der diesjährigen Jubiläumsveranstaltung kamen alle auf ihre Kosten. Die Stimmung war fantastisch, die Rennen spannend und das Wetter hätte nicht besser sein können. Wenn der ein- oder andere am Montagmorgen in den Spiegel schaut und einen kleinen Sonnenbrand entdeckt, wird er mit einem Lächeln im Gesicht an die zurückliegenden Renntage denken.

Schon der Samstag bleibt allen in gúter Erinnerung. Im „Lauf der Nationen“ reißt es die Zuschauer förmlich von ihren Campingstühlen, denn der Zweikampf zwischen Enrico Janoschka und dem Tschechen Antonin Klatovsky wird wohl einmalig im Gedächnis der Besucher bleiben. Matten Kröger, nach bestem Start in Führung liegend, muss beide ziehen lassen. Der Tscheche fährt „um sein Leben“, Favorit Janoschka versucht alles, um an ihm vorbeizukommen, muss sich aber geschlagen geben. Kröger landet auf Platz drei. Was für ein Rennen!

Nach Eröffnung der Veranstaltung am Sonntag präsentieren sich die Motorsportler aus 7 Nationen auf ihren Maschinen den zahlreichen Fans.

Punkt 12 erfolgt der 1. Startschuss, die Crosser beginnen mit ihren Semifinalläufen.

Und dann schon das nächste Achtungszeichen: Der Engländer Paul Cooper, Bergringpokalgewinner aus 2012, siegt in seinem 2.Punktlauf mit einer sensationellen Rundenzeit über 0:55,087 sec., einer Geschwindigkeit von 120,69 km/h. Nur der Engländer Simon Wigg war vor 15 Jahren 1 km/h schneller und hält nach wie vor den Rundenrekord.

Den neu vergebenen „Simon-Wigg-Pokal“ ergattert sich Cooper vor Klatovsky und dem Engländer Harvie Banks.

Um eine Trophäe reicher ist Enrico Janoschka. Er gewinnt das Rennen um den „Carl-Schröder-Pokal“ vor Matten Kröger und dem Bayern Manfred Knappe.

Rad- an Radkämpfe liefern sich auch 2015 die Quad-Artisten. Der Ludwigsluster Denny Fraaß gewinnt – ob links- oder rechtsherum - all seine Läufe und verweist den Teterower Marcus Rux und den Tessiner Andre Bohn auf die Plätze zwei und drei.

Das Finale um den Teterower „Hechtjungenpokal“ der Speed-Crosser geht in die Geschichte des Bergrings ein. Auf Grund eines Fehlstarts und mehrerer Stürze muss Schiedsrichter Andreas März dieses Rennen 4 mal (!) abbrechen. Beim 5.Anlauf geht dann alles glatt, der für Teterow startende Jens Hinrichs siegt vor dem Niederländer Erwin Mulder und Guido Skoppek aus Schwerin.

Dass Matthias Kröger ein Schnellstarter ist, beweist er immer wieder. So auch beim Finale um das „Grüne Band“. Wie eine Rakete schießt er als Erster den Startberg hinauf, kommt auch nach Runde 1 und 2 als Führender am Start und Ziel vorbei. Aber er weiß genau, dass ihm „Ricki“ Janoschka im Nacken sitzt. Und so muss das Geburtstagskind den für Teterow startenden Bergring-Champ ziehen lassen. Platz 3 geht an Cooper, der nach einem verkorksten Start eine wahnsinnige Aufholjagd hinlegt.

Den vorletzten Lauf des Tages absolvieren die 15 schnellsten Crosser. In zwei Reihen werden sie ins Rennen geschickt. Marcus Aldn aus Schweden heißt der glückliche Gewinner dieses Klassikers, gefolgt von den Deutschen Jens Hinrichs und Guido Skoppek.

Vor dem absoluten Höhepunkt des Tages, dem Handicaplauf um den Bergringpokal, wird es sehr ruhig auf den Rängen, die Spannung erreicht ihren Höhepunkt. Die zwölf Schnellsten des Tages – einschließlich ehemalige Gewinner- warten am Vorstart auf die grüne Flagge.

Startmarschall Detlev Landowski gibt letzte Anweisungen und dann rollen die Fahrer auf die Bahn. In drei Startreihen nehmen sie Aufstellung: Aus Reihe 1 werden drei Fahrer per Flagge ins Rennen geschickt, nach zwei Sekunden leuchtet die grüne Ampel – zwei Fahrer aus Startreihe 2 geben Gas und am Band stehen immer noch sieben und warten, dass es endlich losgeht. Nach einer weiteren Sekunde dann die Erlösung: Auch sie donnern den Startberg hinauf…

Stephan Katt, aus Reihe 1, hat freie Sicht und kann sich seine Ideallinie suchen, der Vorsprung ist groß. Janoschka & Co holen auf, die Abstände werden geringer, immer geringer. Mit der Ruhe ist es vorbei, die Spannung steigt und steigt… Runde 2, Runde 3, Runde 4: Janoschka kommt näher und näher, überholt einen nach dem anderen! Und dann ist nur noch der „Catman“ vor ihm. Bei den Fans ist die komplette Umwelt ausgeschaltet: Sollte es Janoschka dieses Jahr wieder schaffen? Viele wünschen es ihm, aber noch mehr wünschen es Stephan Katt, den Pott nach Hause zu holen. Die letzte Runde: Janoschka fährt mit Vollgas den Hans-Winkler-Hang hinunter, beide Kontrahenten sind fast auf gleicher Höhe. Aber er schafft es nicht, sich an die Spitze zu setzen! Katt mobilisiert noch mal all seine Kräfte und wehrt den Angriff erfolgreich ab. Mit einem hauchdünnen Vorsprung rettet er seine über 5 Runden führende Position und gewinnt zum ersten Mal den Bergringpokal. Platz drei erkämpft sich Roberto Haupt. Der Jubel nahm bei den Fans kein Ende...


Text & Foto: Peter Stanislawski

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