Podium und Sturz zum Saisonabschluss von Motorradrennfahrer Philipp Freitag
05.10.2017

Podium und Sturz zum Saisonabschluss von Motorradrennfahrer Philipp Freitag

Zum Ende einer erfolgreichen Saison mit dem Wormser Moto3 Team „F. Koch Rennsport“ erzielte der 20-jährige Philipp Freitag aus Buchholz in der Nordheide Platz drei in einem schwierigen Regenrennen im Rahmenprogramm der British Superbike Championship auf dem Grand Prix Kurs im niederländischen Assen. Auf Rang zwei in der Meisterschaft liegend baute er damit sein Punktepolster zunächst aus, und der Vizetitel in der Nordeuropameisterschaft des ADAC schien zum Greifen nah. Im darauffolgenden finalen Rennen war er unter trockenen Bedingungen der schnellste Mann auf der Strecke, stürzte aber in Führung liegend in der letzten Runde. Damit schließt er die fahrerisch extrem anspruchsvolle Moto3 Standard-Klasse wie im Vorjahr mit Gesamtrang drei ab, und F. Koch Rennsport ist das erfolgreichste Team hinter dem WM-erprobten Kiefer Racing Team.
Für das Finale des ADAC Moto3 Northern Europe Cups (NEC) bot die „MCE Insurance British Superbike Championship“ mit Tausenden von Zuschauern, die aus England zum 4,5 km langen TT Circuit Assen, der „Cathedral of Speed“, pilgerten, eine würdige Kulisse. Bei wechselhaftem Wetter traten die Moto3 Standard- und GP-Klassen der NEC- sowie der der „HEL Performance Motostar“-Meisterschaft jeweils gemeinsam an. Philipp Freitag aus dem südlich von Hamburg gelegenen Buchholz in der Nordheide war zwar mit theoretischen Titelchancen angereist, doch das realistische Ziel war der Vizetitel in der Standard-Klasse, in der einheitlich 48 PS starke Moto3 Production Racer vom Typ Honda NSF250R eingesetzt werden. Die beiden freien Trainings fanden im Trockenen statt, und Philipp Freitag fuhr jeweils die zweitschnellste Rundenzeit, knapp hinter dem Meisterschaftsführenden, Dirk Geiger aus Mannheim. Dagegen verlief das Qualifikationstraining nicht nach Plan, da nach wenigen Runden Regen aufkam und der Buchholzer bis dahin keine freie Bahn gehabt hatte. Mit nur 0,6 Sekunden hinter der Bestzeit reichte es nur für Platz 11. Wegen einer Strafe der Rennleitung aufgrund eines Vorfalls im ersten freien Training, bei dem ein Konkurrent gestürzt war, wurde Philipp Freitag zudem drei Plätze zurückversetzt und musste von Platz 14 und somit aus der fünften Reihe des 27 Piloten zählenden Feldes starten. Das erste Rennen geriet nicht nur wegen des mäßigen Startplatzes zu einer enormen Herausforderung, sondern auch wegen der schwierigen Bedingungen bei starkem Regen und sichtraubender Gischt der Vorausfahrenden. Dem Norddeutschen gelang es, sich zunächst innerhalb einer großen Gruppe nach vorne zu kämpfen und anschließend die Lücke zu einem vor ihm liegenden Piloten zu schließen und diesen zu überholen. Dann fuhr er fast die Hälfte des Rennens unbehelligt auf Platz drei. Spannend wurde es noch einmal, als es Oliver König (CZE) geglückt war heranzufahren, und dieser beim Versuch, Freitag vor Ende der letzten Runde zu attackieren, stürzte.

Freitag überquerte die Ziellinie schließlich hinter Dirk Geiger und Luca de Vleeschauwer (NL). Geiger wurde mit diesem Sieg vorzeitig Meister. Freitag hatte seinen Punktevorsprung vor Leon Orgis (D, Kiefer Racing Team) von einem auf sechs Punkte ausgebaut, der nach einer spektakulären „Motocross“-Einlage abseits der Strecke das Rennen fortsetzen und noch auf dem fünften Rang der ADAC-Wertung beenden konnte. Das finale Rennen fand bei trockenem und sonnigem Wetter unter nahezu perfekten Bedingungen statt. Dank der fünftschnellsten Rundenzeit aus dem Regenrennen vom Vortag konnte Philipp Freitag aussichtreich aus der zweiten Reihe starten. Gleich nach dem Start entbrannte ein intensiver Kampf in der Führungsgruppe aus zunächst sieben Piloten, zu der später weitere Kontrahenten hinzustießen. Philipp Freitag konnte sich stetig vorarbeiten, forcierte in der vorletzten Runde mit der besten Rundenzeit des Wochenendes das Tempo und ging als Führender in die letzte Runde. Beim Anbremsen der ersten Kurve ereilte Freitag das Pech: Sein Vorderrad klappte plötzlich weg, und er rutschte bäuchlings in die Auslaufzone. „Ich spürte, dass ich das Rennen gewinnen konnte, und ergriff die Initiative. Leider wurde mir beim späten Anbremsen am absoluten Limit eine Bodenwelle zum Verhängnis. Es ist schade, gerne hätte ich die Saison mit einem dritten Sieg beendet. Ich bedanke mich bei meinem Team, das mich mit einer wie immer perfekt abgestimmten Maschine dazu in die Lage versetzt hatte.“ erklärte er hinterher. Sieger des Rennens wurde Jeffrey Buis (NL), gefolgt von Leon Orgis, der im letzten Moment den zweiten Tabellenrang von Philipp Freitag erbte. Teamchef Frank Koch (46) resümiert: „Philipp hat alles richtig gemacht und in Assen wieder eine großartige Leistung gezeigt, aber Rennsport am Limit ist nun mal mit erheblichem Risiko verbunden, und es geht nicht immer gut aus. Rückblickend auf die Saison hat Philipp bewiesen, dass er ein beeindruckendes Tempo fahren kann, doch im Hinblick auf die Meisterschaft hätte er etwas konstanter punkten müssen. Dies ist Dirk (Geiger) am besten gelungen.“ In welcher Form Philipp Freitag, der zu den deutschen Top-Moto3-Piloten zählt und jetzt sein Studium der Geschichte und Japanologie an der Universität Hamburg beginnt, seine nun 16-jährige Motorsportkarriere fortsetzen wird, ist noch offen.

Kontakt:
Profi-Rennsport & Marketing Philipp Freitag
Lohbergenstr. 34
D-21244 Buchholz in der Nordheide
Dr. Alexander Freitag
+49 (0)162 1062 962
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