Deutschland-Grand-Prix nach „Zitterstunden“ gerettet!
13.09.2017

Deutschland-Grand-Prix nach „Zitterstunden“ gerettet!

Lange und auch traurige Gesichter blickten seit Freitagmorgen immer wieder auf den Teterower Himmel. Erinnerungen wurden wach, als vor einem Jahr an gleicher Stelle die prachtvolle Sonne schien, fast 30 Grad auf dem Thermometer angezeigt wurden und einem Teterow-Grand-Prix-Debüt nichts im Wege stand. Aber diesmal war doch die Stimmung sehr getrübt. Das Training musste auf Grund der absolut untauglichen Bahnverhältnisse abgesagt werden, der Regen lies einfach nicht nach. Auch noch am Samstagmittag glaubte wohl keiner so recht daran, dass am Abend das Startband hochgeht. Das Teterower Speedway-Oval glich einer Modderpiste! Immer und überall kamen die Handys zum Vorschein, Wetter-Apps wurden studiert und dann übertrugen sich positive Nachrichten auf den Smartphones in die nun etwas freundlicheren Gesichter. Ab 16 Uhr war der Regen „durch“...

Unermüdlich werkelten die Männer vom Bahndienst und Helfer mit Schaufeln, Besen, Wasserschiebern etc... bis in den Abend hinein. Und sie vollbrachten Sensationelles! Pünktlich zum Start um 19 Uhr konnten die „Bahnmacher“, Verantwortlichen und auch Zuschauer durchatmen. Es war geschafft - die Bahn befahrbar! An dieser Stelle im Namen der 12 500 Besucher ein herzliches Dankeschön für den unermüdlichen Einsatz!

Während der Fahrerpräsentation gab es ein ungewöhnliches Bild: Nicht nur die weltbesten Speedwayfahrer umrundeten mit ihren Bikes den 314m-Kurs, auch die Traktoren mit ihren Schleppen blieben bis zum ersten Start auf der Bahn.

Gleich im ersten Heat purzelte der alte Bahnrekord aus dem Jahr 2010. Patryk Dudek aus Polen setzte eine neue Bestmarke – wär hätte das gedacht? Aber seine Zeit von 58,18 sec. über 4 Runden hatte nur eine Stunde Bestand. In Lauf 10 hatte die Bahn noch mehr Griff. Der spätere Sieger, Matej Zagar/Slowenien, verbesserte auf 56,06 sec. bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 77,88 km/h.

Was bringen Martin Smolinski und Kai Huckenbeck mit der absoluten Weltspitze zustande? Das war die Frage der Nation! Beide haben sich gut „verkauft“. „Smoli“ scheiterte knapp an seiner Halbfinalteilnahme, 8 Punkte reichten diesmal nicht aus. „Hucke“ erfuhr bei fünf Einsätzen 4 Punkte. „Das hört sich nicht viel an, aber man muss bedenken, dass hier und heute die besten Speedwayfahrer der Welt vor Ort sind. Seine Leistung ist okay“, so die Einschätzung von Sprecher Hans-Werner Ruge. Auch Reservefahrer Tobias Kroner durfte einmal auf die Bahn. Trotz 0 Punkte in seinem Rennen schwenkten die Fans auf den Tribünen stimmungsvoll die Deutschlandfahnen. „Das waren definitiv meine letzten 4 Runden in der Bergring-Arena“, bekanntlich ist nächstes Jahr Schluss, so „Tobi“.

„Heute gewinnt ein Australier“ kommentierte ein Fan gegenüber dem Autor und zeigte auf sein Basecap mit der Nationenflagge. Es sah auch danach aus, als sollte er Recht behalten! Denn nach den Vorläufen hatten Jason Doyle und Chris Holder die Nase vorn. Auch standen beide Ausi´s im alles entscheidenden Tagesfinale. Aber sie haben die Rechnung ohne ihre Konkurrenten Zagar und Vaculik aufgemacht. Beide wurden von Startmarschall Detlev Landowski vor ihnen abgewunken.

Gegen 22 Uhr richteten sich die Blicke wieder in Richtung Himmel. Wären erneut Wassertropfen von oben gekommen, hätte es keinem die Stimmung verdorben. Der Deutschland-Grand-Prix ist Geschichte! Stattdessen erfreute man sich beim abschließenden Feuerwerk...

 

Ergebnis:

Matej Zagar – Slowenien
Martin Vaculik – Slowakei
Jason Doyle – Australien
Chris Holder – Australien

                …

9. Martin Smolinski – Deutschland

14. Kai Huckenbeck – Deutschland

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