Von der Abiturprüfung aufs Podest in den Niederlanden

N. Schneider

02.05.2017

Von der Abiturprüfung aufs Podest in den Niederlanden

Der Buchholzer Philipp Freitag (19) zeigte nicht nur in der Schule großen Einsatz: Nachdem er es von der Schule aus trotz verstopfter Autobahnen gerade noch rechtzeitig zum ersten Zeittraining auf dem TT Circuit Assen geschafft hatte, überstand er gleich zu Beginn unverletzt einen Highspeed-Crash. Von einer brauchbaren Startposition aus konnte er nach einer Aufholjagd in der letzten Runde die Führung übernehmen, verschenkte aber den Sieg knapp durch einen Verbremser kurz vor dem Ziel. Bilanz des Rennens: Platz drei und die schnellste Rundenzeit.

Als Philipp Freitag noch seine Abiturklausur im Leistungsfach Englisch schrieb, trainierten seine Konkurrenten im ADAC Moto3 Northern Europe Cup bereits auf dem 4,6 km langen Grand Prix-Kurs in den Niederlanden. Die Nachwuchsserie gastierte dort bei der Superbike Weltmeisterschaft, die trotz des kühlen Wetters über 45.000 Zuschauer anlockte. „Es war surreal, die Klausur in dem Wissen zu schreiben, noch am selben Tag mit einem Rennmotorrad über den Kurs zu jagen.“ meinte der Abiturient. Direkt von der Schule in Buchholz in der Nordheide aus ging es mit dem Auto in die Niederlande, doch zwei dicke Staus bei Bremen und Oldenburg machten dem Vorhaben fast einen Strich durch die Rechnung: Freitag sprang quasi aus dem Auto in seine Lederkombi und eilte zum Vorstart, wo seine Honda NSF250R bereits warmlief. Er startete direkt in das erste Zeittraining, das aber nach nur vier Runden für ihn beendet war: Am Ende der Gegengeraden stürzte er mit über 190 km/h, als er in einem leichten Rechtsknick („Ruskenhoek“) bei kühler Strecke und starkem Wind etwas zu stark einlenkte. „Ich rutschte sehr lange, und mir blieb die Luft weg. Ich dachte erst, ich läge mitten auf der befahrenen Strecke. Es war aber nur das alte, unbenutzte Teilstück des Kurses.“ berichtete Freitag später. Sein Motorrad, das 350 m über den Asphalt geschlittert war, konnte vom Team „F. Koch Rennsport“ noch in der Nacht für das zweite Zeittraining repariert werden. In beiden Zeittrainings landete Freitag auf Platz vier der Moto3 Standard-Klasse. In Verbindung mit den Ergebnissen der Moto3 GP-Klasse lag sein Startplatz in der vierten Reihe, während der Pole Setter in der Standard-Klasse, der amtierende Meister Dirk Geiger (Mannheim, Kiefer Racing Team), aus der zweiten Reihe startete.

Nach dem Start konnte Freitag rasch auf Platz zwei in der Standard-Wertung vorfahren, doch Geiger konnte sich mit seiner Standard-Honda unter die stärkeren GP-Maschinen mischen und einen Vorsprung von zwei Sekunden herausfahren. Als sich Toni Erhard, ein weiterer Kiefer-Pilot, vor Freitag setzen konnte, entbrannte mit diesem ein Kampf um Platz zwei. Die beiden steigerten ihr Tempo und schlossen zu Geiger auf. In der Dreiergruppe konnte sich Philipp Freitag kurz vor Ende der letzten Runde die Führung erkämpfen und forcierte – den Sieg vor Augen – sein Tempo. Kurz vor dem Ziel, in der Schikane „Geert Timmer Bocht“, verbremste sich der Norddeutsche aber, was seine Gegner ausnutzen konnten: Er überquerte nur 0,16 Sekunden hinter Geiger sowie um das Quäntchen von 0,009 Sekunden hinter Erhard als Dritter die Ziellinie.

Philipp Freitag zeigte sich enttäuscht: „Gerne hätte ich meinen Erfolg aus dem Vorjahr wiederholt, aber diesmal habe ich den Sieg unnötig verschenkt.“ Ein Trost für ihn war die Siegerehrung: Die Pokale wurden von MotoGP-Weltmeister Nicky Hayden überreicht, eine Begegnung die der Nachwuchsrennfahrer nicht vergessen wird.

Teamchef Frank Koch (45) resümiert: „Philipp hat an dem Wochenende eine starke Leistung gezeigt. Nach dem frühen Sturz im Zeittraining hatten wir zunächst Bedenken, ob Prüfungsstress und Renneinsatz direkt hintereinander nicht doch zu viel auf einmal waren. Er hat dies aber gut weggesteckt und im Rennen mit seiner Rundenzeit in der letzten Runde das gesamte Feld, einschließlich der GP-Piloten, getoppt.“

Die nächste Station des Moto3 Northern Europe Cups ist die Motorsport Arena Oschersleben. Dort werden im Rahmen der German Speedweek (Langstrecken-Weltmeisterschaft, 18.-21. Mai) zwei Rennläufe am letzten Veranstaltungstag ausgetragen.

 

Kontakt:
Profi-Rennsport & Marketing Philipp Freitag
Lohbergenstr. 34
D-21244 Buchholz in der Nordheide
Ansprechpartner: Dr. Alexander Freitag
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 info@motonord.de

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